Die Stadtkirche in Sternberg

Kirchen haben immer wieder etwas Faszinierendes. Sie sind gewöhnlich die ältesten, größten und prächtigsten Gebäude eines Ortes. Vielfach lässt sich an ihnen bewegtes Leben im Ort bis zu ihrer Grundsteinlegung zurückverfolgen. Mit welch gewaltigem Aufwand gingen unsere Vorfahren angesichts beschränkter technischer Mittel vor Hunderten von Jahren daran, solche prächtigen Bauten zu errichten.

Das gilt auch für die Sternberger Kirche "St. Maria und St. Nikolaus", die von den Einwohnern der Stadt liebevoll auch als "Glucke" bezeichnet wird, weil sie über der Stadt wie eine mächtige Glucke hockt, um die sich ihre Küken, die liebevoll sanierten Häuser der Sternberger Innenstadt, scharen.

Der Reisende, der sich am Tage der Stadt nähert, entdeckt sie schon aus der Ferne, wie sie da auf dem Berge thront: eine gewaltige dreischiffige Hallenkirche mit einem mächtigen Turm- ein Symbol der Schöpferkraft der Menschen vor etwa 700 Jahren, das manchen Feuersbrünsten zum Trotz erhalten bzw. erneuert wurde.
Betreten wir durch die Turmhalle die Kirche von Westen, so fesselt uns ein monumentales Wandgemälde. Das Fresko von Fritz Greve zeigt ein Ereignis, das für die mecklenburgische Geschichte von einschneidender Bedeutung war: der letzte im freien Gelände an der Sagsdorfer Brücke abgehaltene Landtag vom 15. Juni 1549. Diese Landtagssitzung von 1549 erlangte deshalb historische Bedeutung für ganz Mecklenburg, weil die Vertreter der Landstände für Mecklenburg die Reformation beschlossen.

Der Reformation wird auch auf dem nach Süden gelegenen Chorfenster gedacht und zwar mit den Worten: "Zum dankbaren Erinnern an die Einführung der reinen Lehre des christlichen Evangeliums in Mecklenburg..." Es zeigt Luther zwischen den beiden Herzögen, die die Reformation in Mecklenburg auf dem Landtag von 1549 initiieren.

Noch manch wertvolles Kunstwerk ist in der Kirche zu bewundern: die letzte von drei international bedeutenden Walcker- Orgeln mit Hochdruckstimmen, der Altar, die Kanzel mit den vier Evangelisten und das Gestühl aus der Werkstatt des Doberaner Bildhauers Kasch.

In den Jahren 2009 bis 2011 wurde die Sternberger Kirche umfangreich saniert, sie erstrahlt seitdem wieder in altem Glanz.

Besucher der Kirche sollten es nicht versäumen, den 66 Meter hohen Turm zu ersteigen.
Insgesamt 189 Stufen führen auf die Plattform unter der barocken Haube, von der sich eine herrliche Aussicht auf die Stadt Sternberg und die umliegenden Seen und Wälder bietet.
(Quelle: Peter Ditz, "Faszination Sternberger Seenland")

Die Sternberger Kirche ist von Anfang Mai - Ende September Montag - Sonnabend von 10:00- 12:00 Uhr und von 14:00- 17:00 Uhr für die Besucher geöffnet. Eine Kirchenführung findet jeweils am Freitag um 11:00 Uhr statt.
In den Sommermonaten finden zahlreiche Konzerte statt. Zum Veranstaltungsplan gelangen Sie >> hier<<

www.evkg-sternberg.org


Die Walcker- Orgel in der Sternberger Kirche



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